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Chronik der Winzerkapelle Kleinhöflein

Das Entstehen der Kleinhöfleiner Blasmusikkapelle begann im Jahr 1949. Herr Andreas Leeb aus Großhöflein hatte eine Schuhmacherwerkstatt in Kleinhöflein. Eines Tages fragte Herr Leeb den damals 21-jährigen Franz Braunstein – ebenfalls Schuhmacher, ob er sich vorstellen könnte, in Kleinhöflein eine Blasmusikkapelle zu gründen, er selbst könnte Musikunterricht geben. „Du kennst die Burschen, sprich sie an und frag, ob sie Interesse haben, ein Musikinstrument zu lernen und mit zu machen."

Franz Braunstein war gleich begeistert von der Idee und binnen einer Woche hatte er 15 gleichgesinnte junge Männer beisammen. Es dauerte eine weitere Woche, bis geklärt war, wer welches Instrument lernen möchte. Es wurden Musikinstrumente organisiert und mit finanzieller Unterstützung der Feuerwehr unter dem damaligen Kommandanten Franz Leeb wurde auch noch ein Bass um 700 Schilling aus St. Georgen angekauft. Mit dem lernen und Üben konnte begonnen werden. Herr Andreas Leeb unterrichtete jeden Tag 2 -3 Jungmusiker in seiner Werkstatt.

Ein geeigneter Proberaum wurde gesucht und wieder kam von der Feuerwehr die rettende Unterstützung. Und somit konnte von 1950 – 1988 im Feuerwehrhaus regelmäßig geprobt werden.

Der erste musikalische Auftritt der Blasmusik war für die Karsamstags Prozession 1950 geplant. Wegen Schlechtwetter konnte die Prozession nicht abgehalten werden. Allerdings wurde nach der
Auferstehungsfeier beim Feuerwehrhaus aufgespielt. Herr Johann Eichinger löste sein Versprechen ein und lud die Musiker nach ihrem ersten Auftritt zu sich in den Keller ein.

Die Musikkapelle wurde als Jugendmusikkapelle geführt. Bei sämtlichen Anlässen im Dorf war die Musikkapelle dabei. Es gab auch einige Ausflüge, wie z.B. nach Mariazell und einmal fünf Tage nach Salzburg. Es war dies eine sehr schöne Zeit mit der Musikkapelle Kleinhöflein.

Im Jahr 1957 gab es die erste Herausforderung zu meistern. Kapellmeister Leeb meldete sich zum Bundesheer und stand daher der Kleinhöflein nicht mehr zur Verfügung. Die Musiker beschlossen, die ortsüblichen Aufführungen auch weiterhin zu gestalten, aber es sollte jemanden geben, der die organisatorische Führung der Kapelle übernimmt. Einstimmig wurde Franz Braunstein mit der Leitung der Kapelle beauftragt. Die Jugendmusikkapelle wurde 1960 zur Feuerwehrkapelle und spielte ab nun in der Feuerwehruniform auf.

1962 gab Herr Leeb sein Interesse wieder als Kapellmeister nach Kleinhöflein zurück zukommen bekannt, man war sich einig und er wurde von den Musikkammeraden freudig wieder aufgenommen. Der Kapellmeister stellte allerdings zwei Bedingungen: die Kapelle sollte bis zu 30 Mann aufgestockt und neue Instrumente angeschafft werden. Der Kostenvoranschlag für die Instrumente betrug damals 78.320,00 Schilling und jeder Musiker sollte sein Instrument selbst bezahlen. Einen Teil der Kosten für die beiden Tuben (F und B Bass) übernahm die Musikkapelle selbst, der ausstehende Betrag sollte eingespielt werden und wurde gegen Übernahme eines Schuldenscheins vom Weinbauverein unter Obmann Josef Theisser vorgestreckt. Innerhalb eines Jahres konnte der Schuldenschein getilgt werden. Die Instrumente wurden bestellt und in wöchentlichen Raten vom KM Leeb angekauft. 1964 erkrankte der Kapellmeister schwer. Im Jahr 1971 mussten die Musikkameraden endgültig von ihrem Lehrer, Kapellmeister, Gründer und Freund Abschied nehmen.

Einige Musiker hörten auf. Die Feuerwehrmusikkapelle spielte ohne Kapellmeister und unter der Leitung von Franz Braunstein weiter. In den 70er Jahren kamen wieder junge Musiker und damals auch Musikerinnen dazu. 1979 trat der ehem. Obmann des Weinbauvereins Franz Ackerl an die Kapelle heran, ob sie nicht zukünftig als Winzermusikkapelle und im damals von Schneidermeister Pepino Teuschler neu kreierten Winzerjancker auftreten möchten. Der Obmann des Weinbauvereins sagte auch zu, sich um die Finanzierung der Trachten zu kümmern. Neu eingekleidet nannte sich die Kapelle am 1980 „Winzermusikkapelle Kleinhöflein". Der erste Auftritt war eine Hochzeit am 09.02.1980.

In den 80er Jahren übernahm Kapellmeister Franz Csonai für einige Jahre die musikalische Leitung. Franz Braunstein hatte als Leiter nur noch einen Wunsch; die Kapelle zu führen, bis die jungen Musiker die Kapelle übernehmen können. Sein Wunsch ist mit seinem sechzigsten Geburtstag in Erfüllung gegangen. Er übergab 1988 die Kapelle und Führung mit den besten Wünschen für ein freudiges und erfolgreiches Wirken an die junge Generation.


Gründungsmusiker/ Musiker der ersten Stunde: 1949

Anton Wagner
Franz Braunstein
Johann Pultz
Josef Trentz
Johann Sieger
Karin Braunstein
Anton Schanter
Hannes Billes
Johann Sommer
Kplm. Andreas Leeb
Eb- Klarinette
Bb- Klarinette
Flügelhorn
Flügelhorn
Bassflügelhorn
Bassflügelhorn
Eb Trompete
Bb Tuba
Becken

Josef Halbwax
Josef Wagner
Johann Leeb
Stefan Werschlein
Josef Bauer
Josef Sommer
Franz Kirchknopf
Alexander Lapitz
Franz Schweifer
Bb- Klarinette
Flügelhorn
Flügelhorn
Trompete
Bassflügelhorn
Eb Trompete
F- Tuba
Gr. Trommel
Kl. Trommel


Die ersten Stücke die 1950 aufgeführt wurden:

Herz Schmerz Polka
Olympia Marsch
47er Regimentsmarsch
Frisch Auf


Die Gründung und Umbenennung von MV „Winzermusikkapelle Kleinhöflein" in MV „Winzerkapelle Kleinhöflein" mit eigenem Statut war am 02. Dez. 1987.
1987: Ob. Franz Ackerl, Kpm. Stefan Kaiser
1991: Ob Johann Wallner, Kpm. Werner Veszely
1993: Ob. Stefan Kaiser, Kpm. Werner Veszely
1996: Ob. Stefan Kaiser, Kpm. Walter Nebenmeyer (01/1996-10/1996)
1997: Ob. Stefan Kaiser, Kpm. Werner Veszely
1999: Beitritt zum BBV
7/2000 Austritt Kpm. Werner Veszely
2.12.2001 Ende der Protokolle nur Ob. Stefan Kaiser, kein Kpm.


Verstorbene Musiker:

Stefan Csonai
Stefan Varga
Johann Leeb
Anton Wagner
Anton Supper
Josef Bauer
Johann Sommer
Andreas Leeb Kplm.



Ausgeschiedene Musiker:

Andreas Reisner
Christian Werschlein
Anna Luiff
Erich Gabriel
Christian Kirchknopf
Philipp Szivacz
Günter Nestler OB Stv.
Rudolf Leberl
Werner Lehner
Elisabeth Glauber
Wolfgang Erdt
Andreas Halbwax
Doris Erdt
Gerhard Sieger
Walter Wallner
Peter Dunkel
Magdalena Kaiser
Wolfgang Zechmeister
Stefan Glauber
Werner Veszely
Harald Hofherr